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Tag 15 Wald

Der bekannte Weg, hoch zur Huysburg. Ein Ast nimmt mich an der Hand und zeigt mir den Wald. Heute riecht es anders. Trocken, herbstig, rauh und wild. Der Wald rauscht weich und knisternd, in sich ruhend. Alles an seinem Platz. Viele Abzweigungen, doch wir gehen geradeaus. Überall raschelt und knistert das Laub laut unter meinen schweren Schuhen. Das macht Spaß. Immer noch, wie früher als Kind. Plötzlich die Straße, auf Asphalt geht es sich ganz anders. Jetzt halte ich den Stock in der Hand. Mit gutem Gefühl, etwas im Griff zu haben. Weniger allein. In meiner Hosentasche findet sich ein 2 Euro Stück. Das reicht für eine heiße Schokolade aus dem Cafe-Automaten der Burg. Kaum bezahlt, stürzt sich eine Fliege heinein, tot. Ich schöpfe sie ab und lege sie beiseite. Schmetterlinge betrauern sie. In der Wiese sitzt ein Rotkehlchen und lauscht dem Pfeifen, Trällern und Zwitschern aus den Bäumen. Ich versuche mich auch darin und überzeuge es nicht. Es zirpt, zwischert, summt, brummt, trällert und pfeift immer wieder von hier und dort. Und wenn sich herbstlich ein Blatt vom Baum löst, dann knistert es zart und leise auf dem Weg zu Boden während es sich von den anderen streichelnd verabschiedet. Hier herrscht keine Einsamkeit.